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Honnefer Sonntagszeitung, Samstag, 4. Oktober 2003
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Mit Weltmeister Sven Ottke auf den Kilimanjaro

Paul Friedrich (m.) erläutert den Expeditionsteilnehmern letzte Details
Paul Friedrich (m.) erläutert den Expeditionsteilnehmern letzte Details
Als der Bad Honnefer Afrika-Reisen-Spe zialist Paul Friedrich Sven Ottke den Vorschlag machte, mit auf den höchsten Berg Afrikas zu kommen, hatte der Boxweltmeister spontan zugesagt (die HSZ berichtete). Und Wort gehalten. Aber, „wenn ich gewusst hätte, was das für eine Viecherei wird, hätte ich es nicht gemacht."

Sechs Tage lang dauerte die Expedition, über 90 Kilometer Fußmarsch waren zurückzulegen, um auf die 5.900 Meter hohe Spitze des Berges zu gelangen. Dazwischen lagen 40 Grad Temperaturunterschied und fünf schlaflose Nächte. Friedrich, der mit Erfrierungen 1. Grades an den Zehen vergangene Woche zurück nach Bad Honnef kam, sagte: „Die schmalen dünnen Matten waren wirklich nicht sehr komfortabel, außerdem machte einem die klirrende Kälte in den dünnen Zeltchen sehr zu schaffen."

Aber nicht nur das. Fünf Tage lang keine Dusche, nur ein wenig Wasser wurde täglich von den Trägern gereicht, um sich die Zähne putzen zu können. Die mitgeschleppte Toilette bestand aus einer Klobrille und einem Klappstuhl. Friedrich: „Müdigkeit und Dreck haben eine unwirkliche Atmosphäre entstehen lassen, die anfänglichen Gespräche untereinander lassen nach, es wird einsilbig."

Ottke schleppte sein 15 Kilo schweres Gepäck im Gegensatz zu den anderen Teilneh mern der Expedition selber, und trieb die Gruppe an. „Go slow, but go." Die sauerstoffarme Höhenluft beraubt den Atem und jede unnöti ge Bewegung lässt den Puls in die Höhe schnellen. Der Körper verlangt nach Pausen. PAUL FRIEDRICH (l.) und Boxweltmeister Sven Ottke nach sechs Tagen „unglaublicher Viecherei" auf der Spitze des Kilimandscharo
PAUL FRIEDRICH (l.) und Boxweltmeister Sven Ottke nach sechs Tagen „unglaublicher Viecherei" auf der Spitze des Kilimandscharo
 „Irgendwann schaltet sich das Gehirn aus, und du sagst dir nur noch, 30 Schritte gehen, 15 Sekunden stehen... Der letzte Aufstieg ist zwar nicht schwierig, aber sehr steil. Wir mussten nachts gehen, da war der tagsüber gefährlich rutschige Geröllboden gefroren", sagte Friedrich. Sieben Stunden dauert der Weg zum Gipfel. Sieben Stunden ohne Wasser oder Nahrung. „Oben angekommen, fällt man sich zwar um den Hals, aber das Gefühl der Freude stellt sich erst viel später ein. Du bist zwar oben, aber noch nicht ganz. Die letzten 200 Meter vom Plateau des Berges bis zur Spitze sind dann die Hölle, das kostet eine unmenschliche Überwindung." Ottke, Friedrich und die weiteren Expeditionsteilnehmer haben sich überwinden können. Aber das Gefühl -„Toll, wir haben es geschafft", - wollte sich nicht einstellen. „Dazu waren wir einfach zu platt", so Friedrich.
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